Podlog #195 2017-07-14

14. Juli 2017, die 195. Folge. Ich notiere Lektüre und Gedanken zu einem Artikel von Armin Nassehi im Anschluss an den G20 Gipfel in Hamburg vor ein paar Tagen. Ich komme nicht viel weiter als zu scharfer Kritik, zu Notizen meines Unverständnisses für einen solchen Artikel. Die Skizze Nassehis “der Linken” ist schlicht falsch, wissenschaftlich, soziologisch, gesellschaftstheoretisch unzulässig, – es ist mir ein krasses Rätsel, wie man so etwas schreiben kann. Als Beitrag, der Meinung provozieren soll, vielleicht. Ein polemischer Text, aber kann das die Absicht sein? Wohl kaum. Es wäre einfach zu unterkomplex.

 

Quelle: http://www.zeit.de/kultur/2017-07/g20-linke-gewalt-kapitalismuskritik-globalisierung-essay/komplettansicht

Podlog #194 2017-07-13

13. Juli 2017, die 194. Folge. Zögerliche Notizen zu einer Diskussion mit meinem Bruder, wie sie wohl zu hunderten in den vergangenen Tagen irgendwo in Deutschland stattfanden. Warum überhaupt noch etwas sagen, wenn doch alles schon längst gesagt wurde? Aber die Fragen zu Gewalt, zwischen Demonstranten und Polizei, sinnlose vs. sinnhafte Gewalt, und all die ‘Argumente’, die in diesem Zusammenhang diskutiert werden, sind mir mehr und mehr ein Rätsel… Wie kommt es dazu, dass man es so schräg wahrnehmen kann? Es ist doch nicht die Frage, wie es zu der Gewalt der Demonstranten, sondern, wie es zur Wahrnehmung dieser Gewalt als so extreme Störung der sogenannten ‘Ordnung’ kommt!

Podlog #193 2017-07-12

12. Juli 2017, die 193. Folge. Nach längerer Arbeitspause endlich wieder eine Notiz in die richtige Richtung. Berichte und Beobachtungen von einem Teil des Workshops über “die Frankfurter Schule und Religion”, der heute und morgen in Bonn stattfindet. Hochspannend vor allem für mich die Überlegungen zu Adornos dialektische Überlegungen zur Musik im Anschluss an jüdisches Bilderverbot, der Unmöglichkeit, den erlösenden Namen Gottes auszusprechen und damit der Unmöglichkeit einer Utopie in eben diesem Versuch. Zum Schluss noch ein beruhigendes Promotionsgeschichtenschmankerl.

(War ‘natürlich’ umgekehrt: Schelling should do the trick with Horkheimer…)

Podlog #192 2017-07-11

11. Juli 2017, die 192. Folge. Heute wieder Notizen aus dem Leben – das sich mit Distanzgewinn zwischen meine Arbeit schaltet und doch als mir fremd beobachtbar bleibt, sich der Identifikation entzieht, auch wenn seine Notwendigkeit und praktische Bestimmung fasziniert. Aber wie hierzu Notizen machen? Und eignen sich hier Selbstgespräche überhaupt dafür?

Podlog #191 2017-07-10

10. Juli 2017, die 191. Folge. Zurück in Köln ein paar Notizen zum Thema “Ordnen”, das mich in den nächsten Wochen wohl noch mehr begleiten wird. Dinge mit denen man lebt, und die Ordnung dieser Dinge, eben “die kleinen Privat-Bürokratien”

 

Quelle: Perec, Georges. Denken/Ordnen. Translated by Eugen Helmlé. Zürich: Diaphanes, 2014.

Podlog #190 2017-07-09

9. Juli 2017, die 190. Folge. Nachträge zum Verbindungsloch – Internet wegen Überfüllung geschlossen; Unerreichbarkeit als Ortszeitverstärker, an den Grenzen der Podcastbarkeit.

Podlog #189 2017-07-08

8. Juli 2017, die 189. Folge. Kurze Notizen aus dem Zeitloch, das sich wenig später als Verbindunsloch herausstellte, weshalb nun zum ersten Mal die Folge einen Tag nachdem sie aufgenommen wurde online geht. Das unterstreicht nur, welchen Schwierigkeiten dieses Projekt begegnet.

Podlog #188 2017-07-07

7. Juli 2017, die 188. Folge. Kurze Notizen aus einem Monat aus dem Dazwischen, etwas, das mir hier so recht erst auffällt und für das ich nicht so recht die Werkzeuge habe. Aber es scheint wohl dazuzugehören, so schwierig es ist, und so seltsam.

Podlog #187 2017-07-06

6. Juli 2017, die 187. Folge. Heute kurze Notizen vom Festival in Rudolstadt. Es gibt mir die Gelegenheit über einen Ort nachzudenken, den es für mich nur zu diesem Festival ‘gibt’, und was damit passiert, wenn die jeweiligen Iterationen des Festivals Erinnerungen über Erinnerungen lagern und verflechten und Festival und seine beherbergende Stadt miteinander überlagernd verbinden. Vielleicht auch eine Form von lokalem Denken, zu dem es nicht oft eine Gelegenheit gibt, für die es solche aussergewöhnlichen Ereignisse ausserhalb des Alltags braucht.

Podlog #186 2017-07-05

5. Juli 2017, die 186. Folge. Notizen zwischen zwei halben Leben, dem fast schon hier und dem noch da; zwischen Bern und Köln; Lebenserleben, existenzielle Intensitätsverstärker, Vorfreude, Organisationsabläufe, bin ich es, der hier aktiv die Stadt erlebt, oder ist es die Stadt, die mich durch die Mangel nimmt, mich in ihre Bahnen weisst? Es fehlt die Distanz zur Reflexion, die Worte, um dieses zu beschreiben, die Mittel, um zu sehen, was ich hier höre… unglaublich spannende Zeiten!