Podlog #025 2017-01-25

25. Januar 2017, die 25. Folge. Gestern hatte ich so halb bereits den Entschluss gefasst, heute einfach wieder einen Text zu lesen, vielleicht einen älteren, einen scheinbar unzeitgemässen. Und dann habe ich eine ganz wunderbare Email erhalten, die mich in meiner Hoffnung auf das Lesen solcher Texte bestärkte und ausserdem an Walter Benjamin erinnerte. “Immer radikal, niemals konsequent” war die Entgegnung Benjamins auf den Titel “ärgerliche Inkonsistenz” von gestern. Ich habe also einen Text von Benjamin gelesen, bin darin verschwunden. “Wie recht und billig.” Ich lese: “Ich packe meine Bibliothek aus”.

Quelle:

Benjamin, Walter. “Ich packe meine Bibliothek aus.” In Gesammelte Schriften, Band IV.I: Kleine Prosa. Baudelaire-Übertragungen, hrsg. von Hella Tiedemann-Bartels, Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Theodor W. Adorno, und Gershom Scholem, 3. Aufl., 388–96. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 934. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006.

One thought on “Podlog #025 2017-01-25”

  1. Lieber Moritz!

    Sehr schöner Text und fein gelesen!

    Schreibt Benjamin nicht wunderbar!

    Diese Sprache ist wie ein guter Geschmack auf der Zunge

    ist eine Atmosphäre die hier räumlich wird

    und macht Theorie schön, angenehm, lesens- und liebenswert ,

    was sich dann auch in die Wirkgeschichte des Textes einschleicht

    wie eine Macht die der Gewalt der Nomina widersteht

    die deren Kälte von Innen warm aufbricht…………

    Ich gratuliere Dir! Nimst Du das und den Gedanken

    ” Bücher schreiben, da man selbst diese Bücher vermisst und diese selbst gerne lesen würde”

    als Massstab für deine Doktorarbeit,

    dann tust Du dir wirklich Gutes!

    Denn, wie schon das Wort “Doctorarbeit ” ausdrückt

    muss diese drücken, den Schreiber wie den Leser

    soll ja dann auch schnellstmöglich im Archiv verschwinden,

    nur der Titel soll das bleibende sein!

    Ich würde gerne anregen einaml über performatives Sprechen nachzudenken,

    in dem es nicht um die Wahrheit von Aussagen geht, sondern darum

    welche Wirkung eine Aussage hat …?

    Mit lieben Grüßen

    aus den Bergen

    Günter




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