Podlog #024 2017-01-24

24. Januar 2017, die 24. Folge. Gestern hatte ich ja kurz gehofft, vielleicht heute einen Schritt weiter zu sein, und wieder habe ich viel zu viel Zeit mit meinen abbrechenden und verworfenen Gedanken verbracht, bis ich irgendetwas stehen habe lassen. Ich weiss einfach nicht, wie ich dazu etwas notiere, ich bin ein bisschen verloren. Und selbst die Kommentare kann und will ich nicht besprechen… wie in einem so kaputten Diskurs irgend einen Beitrag machen? Und wozu?

One thought on “Podlog #024 2017-01-24”

  1. Ich kommentiere mal hier, auch wenn das euch drei aus der Nowradioshow zusammen betrifft. Der Grund meines Kommentars ist die Sorge um Eure Gesundheit, bedingt durch Ärger und Ratlosigkeit gegenüber den Geschehnissen der Welt.

    Ich habe keine Ahnung vom Kochen. Wenn ich mir ein Spiegelei mache, würde jeder Gourmetkoch sofort sterben. Mir ist es aber befremdlich, woher der Experte seine Erwartungen hätte, ich wäre ohne Übung überhaupt in der Lage, bestimmte Geschmacksnuancen zu unterscheiden.

    Du bist kein Koch, sondern Soziologe. Du verstehst bestimmte soziale Nuancen auf Grund deiner Forschung und deiner Lektüre. Wie viel musstest du lesen, nachdenken, diskutieren, um deine Position zu erarbeiten? Wie weit kannst du voon Politikern, Wählern, irgendwem erwarten, ohne denselben Aufwand zu solch ausgeklügelten Sichtweisen auf die Welt zu kommen? Unangemessenes linkspolitisches Handeln aus einer Beobachtung wie Trump sei die Fiktion eines Faschisten zu diagnostizieren, ist dermaßen voraussetzungsvoll, dass du mit der Erwartung, jeder müsste das verstehen, deine eigene Forschungsarbeit entwertest. Wenns jeder ohne Experten verstehen kann, worin liegt dann dein wissenschaftlicher Mehrwert? Wieso forschst du, wenn da nichts zu erforschen ist, weil jeder die tieferen sozialen Zusammenhänge erkennt? Ist die Gesellschaft so viel einfacher zu verstehen als eine Maschine, für die es letztlich doch Experten braucht?

    Wenn jemand erkennt, dass ich unangemessen Handle, mich zur Seite nimmt, es mir erklärt, sehe ichs womöglich ein. Wenn er sich nicht an mich wendet, weil er kein Massenmedium sein möchte, mich nur weiterhin beobachtet und darüber erzürnt und mir Vorwürfe macht, ist meinerseits nur Schulterzucken angebracht. So ähnlich wirkt Ihr mir in der NowRadioShow. Ihr schaut euch die Masse an, verachtet sie, weist ihr unangemessenes und widersprüchliches Verhalten nach, wollt euch aber nicht an sie richten, sie darüber nicht aufklären. Handwerker, Friseure, Banker, Politiker und Schuster sollen bitte ganz nebenbei auf das kommen, wo Ihr euer halbes Leben für gebraucht habt drauf zu kommen.

    Das ist ein höchst elitärer Stil und ich möchte wetten, dass es dir früher oder später nach genügend Bourdieulektüre aufstößt. Wobei ich jetzt genau in dasselbe Schema falle: Bourdieu antizipiert und nun alle verachtend, die ihn nicht ebenso inhaliert haben und ihnen vorwerfen, durch intellektuelle Verhaltensweisen Mechanismen der Unterdrückung zu reproduzieren. Klar, das ärgert. Wenn aber wirklich berechtigte Vorwürfe vorliegen, dann ist der Ärger einfach nur unangemessen gegenüber Leuten, die bestimmte Erkenntnisse einfach nur deshalb nicht haben, weil sie nicht meinen Weg gegangen sind.




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