Podlog #017 2017-01-17

17. Januar 2017, die 17. Folge. Mein Tag war heute voll von weitestgehend automatisierter Computer neu aufsetzen und Daten sichern/transferieren Berschäftigung, aber der gescheiterte Kommentar des Kommentars von gestern hat mich nicht ganz losgelassen. Und so ist die Folge heute ein darüber Nachdenken. Nichts grosses, vielleicht nur einen winzigen Schritt weiter, wenn überhaupt… aber ich habe den Eindruck, ich komme zumindest meinen Zweifeln näher. Dialektische Verzweiflung zur Nacht.

One thought on “Podlog #017 2017-01-17”

  1. Lieber Moritz!

    Zuerst, ich finde es bewundernswert, wie hartnäckig und redlich Du an Gedanken dranbleibst und wie Du damit dem Kommentar – auch wenn Du in ihm Falschheit zu erkennen magst – würdigst.

    Nochmal zuerst: Ich wähle gelegentlich die Form apodiktischer Sätze, um etwas zuzuspitzen, um den Widerspruch aufzurufen. Ich habe schon oft Reaktionen darauf bekommen, die der Sache nicht dienen, da diese Aussageform abgelehnt wurde und damit eine weitere Diskussion nicht möglich war.

    Zu meiner Verteidigung: Ich habe den Satz sehr wohl abgeleitet und beispielhaft argumentiert. Mein Argument war: Sogar an den Spitzenleistungen (Hegels System ) kann aufgezeigt werden, wie das System bis in die Form der Darstellung Erkenntnisse an Universitäten bestimmt.

    Der Gedanke ist auch für das Verständnis von Hegel selbst entscheidend, da Hegel, wenn erkannt wird, hier kommen Gedanken nur in der Form eines Systems daher, völlig anders gelesen werden kann. ( ist auch meine Kritik an Petra Gehring, die, wie sie Hegel denkt, dies vermissen lässt – nicht immer!)

    Diese Argumentation – Du hast sie verschluckt – belegt natürlich nicht den gesamten Umfang dieses Satzes, schließt aber auch nicht aus, dass ähnliche Sätze Hochschullehrer sagen, sagten und zur Grundlage ihrer Reflexionen machten – was dann hoffentlich in der Lehre zu bemerken ist.

    Auch und gerade apodiktische Sätze sind nicht zu trennen von dem, wer sie zu wem, wo sagt.

    Es ist nämlich auch ein Erfahrungssatz von jemanden, der lange an der Hochschule war, dort auch politische Funktionen im Fachschaftsrat ausübte und in einem vergleichbaren System, dem Gymnasium jahrzehntelang die Wahrheit dieses Satzes – der für das Gymnasium umzuschreiben wäre – beobachten konnte und auch schmerzlich erleben musste.

    Genaugenommen müsste der Satz noch zugespitzt werden zu den Aussage: Dass Studien von Fächern, bei denen, die sie studieren, bewirkt – oft denke ich mir sogar, bewirken soll -, dass darüber nicht mehr nachgedacht werden kann, dass erlernt wurde, Gedankeninhalte flächendeckend über das Fach zu breiten, Lücken unsichtbar zu machen! Umgraben und Düngen der Felder ausgeschlossen wird!

    Im Gymnasium hatte ich gute Gelegenheit, dies bei Theologen, Philosophen, Psychologen, Mathematikern, Germanisten, Musikern….., genau genommen in allen Fächern, beobachten zu können, was im Detail zu beschreiben wäre.

    Apodiktische Sätze haben für mich einen performativen Wert, nicht, dass sie, indem sie ausgesprochen, geschrieben werden, wahr sind, bzw. Wirklichkeit werden, aber in der Diskussion darüber ihre Wirklichkeit herausgeholt werden kann.

    Grüße aus den kühlen, verschneiten Bergen
    mit einem Hauch von Sonne

    Günter




    0



    0

Kommentare? Fragen? Widerpruch? Links? Bitte gerne...