Podlog #016 2017-01-16

16. Januar 2017, die 16. Folge. Heute finde ich nicht mehr Kraft als nur noch einen Kommentar von Günter zu besprechen, der mich die letzten Tage immer mal wieder und aus unterschiedlichen Gründen beschäftigt hatte. Es geht um Hegel Denken (und Lesen), um die Unmöglichkeit über Hegel zu sprechen, ohne ins Intellektualistische abzudriften, ach, mir scheint ich scheiter einfach heute am Kommentar zum Kommentar. Aber das muss auch mal erlaubt sein… morgen scheitere ich wieder an was anderem. Versprochen.

2 thoughts on “Podlog #016 2017-01-16”

  1. Lieber Moritz!

    Meine Kommentare und Dein Kommentieren sind ja ganz schön daneben gegangen!

    Ich habe mich wohl sehr missverständlich ausgedrückt und muss mich klarer ausdrücken, will ich nicht nur bemüht intellektuell rüber kommen beim Thema “Lehre der Philosophie an Hochschulen und die Auswirkung des Systems Hochschule auf diese Lehre.”

    Was ich, reagierend auf mehrere Beiträge von Dir, sagen wollte ist:

    Gerade an guten Lehrern merkt man die Auswirkung des Systems Hochschule auf das zu Vermittelnde.

    Nicht einmal Hegel kann davon ausgeschlossen werden. In seiner Zeit war es verbindlich, an Universitäten philosophische System auszubilden. Hegels Philosophie ist aber kein System, behaupte ich, sondern kommt nur in Gestalt einer systematischen Philosophie daher – daraus erwachsen meines Erachtens viele Missverständnisse.

    Wenn er scheinbar stufenweise von der sinnlichen Gewissheit zur Wahrnehmung, über Kraft und Verstand zur Vernunft und weiter zur Frage des Selbstbewusstseins in der Phänomenologie fortscheitet, so verführt das zur Meinung, uns würde hier die Wirklichkeit eines Erkenntnisfortschrittes vorgeführt werden, was aber – wieder meines Erachtens – nicht so ist.

    Es werden einzelne Behauptungen – z.B. die der Empiristen, die von sinnlicher Gewissheit ausgehen, widerlegt, indem Hegel seine Beobachtung mitteilt, die er am Phänomen der sinnlichen Gewissheit gemacht hat……….usw.

    Dass die Phänomenologie keine Erkenntnis-Genese ist, erschließt sich aus der einfachsten Überlegung, dass Sinnlichkeit nicht ohne Verstand, nicht ohne Begriff im Leben vorkommt, nicht ohne einen Anteil von Selbstbewusstsein funktioniert, nicht ohne, dass Religion mit hineinspielt, nicht ohne Naturerfahrung zu denken ist. All das, was Hegel im weiteren behandelt, und nicht zuletzt das Recht, spielt in jeden Moment der sinnliche Erfahrung hinein.

    Entschuldige, aber vielleicht wirkt das auch wieder intellektuell: Edmund Husserl geht in seiner Phänomenologie genau von dieser Einheit der Erfahrung aus, von der philosophisch auszugehen sei.

    Und ich sage, das auch als Maler und Zeichner – der ein Leben lang an sich ausprobiert hat, was sinnliche Gewissheit sein kann!

    D.h.. Hegel selbst hatte schon als Gymnasialdirektor und später als Unversitätslehrer seine Gedanken in eine gymnasiale, universitäre Form gebracht, die wiederholbar, abprüfbar ist, damit sind aber viele Missverständnisse schon mit eingebaut.

    F. Nietzsche ist vielleicht genau aus dem Grunde aus der Universität ausgestiegen, konnte er seine kritischen Äußerungen nur „unsystematisch“ darlegen.

    Obwohl Prof. Gehring zu Beginn deutlich machte, dass Hegel nicht nur eine Wissenschaftstheorie vorstellt, sondern den Erkenntnisvorgang von jedem beschreibt, ist sie in ihrem „Hegel-Denken “ genau durch diese Systematik verführt, zu behaupten (zweite Vorlesung) , man könnte Hegel auch entwicklungspsychologisch lesen, so als ob er die Stufen der kindlichen Entwicklung abbildet – was in ähnlicher Weise auch Zizek in seiner tiefenpsychologischen Reanimation von Hegel ( die ich nicht uninteressant finde) versucht darzulegen.

    Was soll damit gesagt werden: An Hochschulen dringt in die Erkenntnis, über die Darstellung und Vermittlung der Erkenntnisse, das System Hochschule ein.

    Etwas wissen zu müssen und es letztlich dann zu wissen, auch wenn man wenig oder fast nichts weiß, ist Teil des Systems. Etwas zu wissen anstelle , etwas zu tun, ist auch systemimmanent.

    Ich kann mir vorstellen, gerade im Sozialen hat die Vertauschung von Wissen und Tun fatale Auswirkungen – dagegen Schlingensief, ein Soziologe?

    Wieder habe ich neue Missverständnisse angehäuft – so ist der Lauf der Dinge – ich könnte nur nichts sagen.

    Grüße aus den Bergen,

    Günter




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