Podlog #005 2017-01-05

5. Januar 2017, die fünfte Folge. Ich hatte mir heute vorgenommen, ein paar Gedanken zur Frage nach dem Zusammenhang von globalem Kapitalismus und Krieg(en) zu notieren. Irgendwo angefangen, man fängt immer mittendrin an (nach Deleuze/Guattari im Rhizom, nach Bensaïd in eine Welt zu verändern… siehst du, was ich sehe?). Ich lese dabei etwas von Walter Benjamin und etwas von Daniel Bensaïd und mache mir dabei noch meine eigenen Gedanken. Man fängt irgendwo an, bricht irgendwo ab, und morgen ist dann ein neuer Tag. Tägliches Podcasten als Befreiung von dem Druck, abschliessende Gedanken formulieren zu müssen? Hm…

 

Quellen:

  • Benjamin, Walter. 2013. Über den Begriff der Geschichte. In: Gesammelte Schriften, Band I.II Abhandlungen, hg. von Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Theodor W. Adorno, und Gershom Scholem, 691–704. 6. Aufl. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 931. Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Hier vorgelesen: S. 696)
  • Bensaïd, Daniel. 2006. Eine Welt zu verändern: Bewegungen und Strategien. Hg. von Jour-Fixe-Initiative Berlin. 1. Aufl. Münster: Unrast-Verl. (Hier vorgelesen: S. 165-168)

One thought on “Podlog #005 2017-01-05”

  1. Lieber Moritz!
    Ich provoziere gerne, und lass nicht leicht etwas so stehen – zuerst aber etwas ganz anderes:

    Ich habe Christoph Menkel “Die Kraft der Kunst” gelesen und habe mich an einer seiner zentralen Einsicht erfreut: H. Arendt wies auch darauf hin, dass I. Kant bei der sinnlichen Wahhrnehmung den Begriff der Spontaneität ( ich hoffe das richtige Wort zu haben) verwendet, was später F. Nietzsche dazu führt zu sagen: Es bedarf immer der Einbildungskraft um eine Vorstellung von etwas zu haben und dabei spielt die Phantasie ein zentrale Rolle – F.N. erklärt das am Beispiel des Lesens – im schnellen Lesen setzen wir aus wenigen Morphemen etwas zusammen und bemerken im weiteren ob das auch da steht oder nicht – wir fantasieren das Gelesene zuerst um es dann zu überprüfen.

    H. Arendt war es wichtig auf die Rolle der Phantasie in der Wahrnehmung hinzuweisen.

    Wieso schreibe ich das hier? So sehr ich mich über Ch. Menkes geschriebener Philosophie freute so entteuscht war ich ihn zu hören: Er las alles aus seinem Manuskript ab und dabei noch zu schnell und flüchtig.

    Wie Du im Sprechen dein Denken in Gang bringst ist etwas ganz anderes – es ist – ich sagt mal etwas zu groß gegriffen – das ist die Zukunft der Philosophie und damit ist sie, über die gegenwärtigen Möglichkeiten der Technik wieder dort angekommen wo auch Sokrates stand.

    Ich habe diese Art des Denkens von J.Beuys undB. Brock gelernt.

    Gut so, mach weiter!

    Du gestern: “Der Kapitalismus hält sich nur durch Kriege aufrecht” – wieder so ein Satz der einem die Weltsicht erleichtert, DIch und Gesinnumgsgenossen mag so ein satz beruhigen, das Phänomen aber erfasst er nicht – wie Du ja einige Sätze weiter ja sagst : “es gibt heute nicht mehr einen Schuldigen!”

    W. Benjamin vertritt ein irgendwie katholische Auffasuung vom Kulturganzen – In der kath. Theologie stellt sich dieser Gedanke in Gestalt der Heiligen dar die geopfert wurden.

    Für all das Schlecht in der Welt haben sich die Martyrer geopfert, die Kirche ihrerseits zieht ihre Legitimität aus diesen Opfern, die die Kirche verwalten darf ( Ablässe)….?

    W.B: Alles was es an Kulturleistungen gibt, allen haftet auch das Blut der Opfer an.

    Religionen haben ein Weltbild, das, weil die WELT nicht absolut erkannt werden kann, immer Opfer notwendig macht.

    Das ritualisierte Opfer – vom Blut bis zum symbolischen Opfer – ist die Antwort auf dieses Dilemma! – das nicht nur ein Dilemma der Religionen ist, sondern von all den geschlossenen Weltbildern.

    Sozialistische Utopien, als der vorweggenommene Telos der Geschichte – als die Auflösung der Dialektik – opfern! Die nicht daran glauben müssen geopfert werden.

    Grüße aus den Schneebergen




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