Podlog #049 2017-02-18

18. Februar 2017, die 49. Folge. Ich habe mich heute mit der Dialektik eines Einwandes gegen die Verurteilung Heideggers als Nazi versucht denkend auseinanderzusetzen. In diesem Denken ist mir über dabei zugleich einiges über Dialektik und dieses “Denken” klar geworden, bzw. in der Bewegung selbst nur wurde mir klar, worüber (besser: worin oder was in mir) gedacht wurde. Vielleicht eine der härtesten aber der spannendesten Notizen bisher. Vielleicht aber auch vollkommen unbrauchbarer Quatsch…

One thought on “Podlog #049 2017-02-18”

  1. Lieber Moritz !

    Dann dürfte ich ja nur was dazu sagen, dürfte auch nur sprechen…..

    Bin Dir, obwohl es gestern sehr spät geworden ist, gerne gefolgt – hab nicht immer ganz verstanden was die einzelne Positionen sind, aber mir ist etwas interessantes aufgefallen.

    Jetzt darfst Du das bitte nicht falsch, böse oder sarkastisch verstehen: Du hast über Strecken genau so argumentiert wie Heidegger in “Sein und Zeit”.

    Natürlich hat Heidegger dort nicht über seinen eigenen Wahnsinn gedacht, aber er hat über Sein, Dasen, Zeit, Gegenwart, Vergangenheit , Zukunft und über das, was es heißt darin verantwortlich zu stehen gedacht…………und Du hast genau so argumentiert:

    Kann man sich vorstellen, dass man damals gelebt hätte, dass, wenn man damals gelebt hätte, man wie gehandelt hätte ………………wie gehandelt haben könnte……….was Du letztlich verwarfst, da es darüber keine Gewissheit geben kann ………….was, nämlich den verkehrten Begriff von Zeit aufzugeben, einem aber nicht aus dem moralischen Verantwortung entlassen kann, im Gegenteil , gerade weil man nicht sagen kann, man hätte so oder so gehandelt, muss mann sich ein Urteil zutrauen, das dann wie ein Echo der Schoah erscheint, das einem in dieser, der eigenen Gegenwart in Verantwortung setzt.

    Das hat Heidegger in “Sein und Zeit” das sorgende Dasein genannt !

    Jetzt wird Dir sicher ganz schlecht, denn wie kann das zusammengehn, dass Heidegger etwas richtig gedacht hat und gleichzeitig so einen unmoralischen Scheiß verzapft hat, den er verzapft hat ?

    Ja, es geht beides und trotzdem muss das eine, sein Denken in “Sein und Zeit” nicht vom anderen, seiner Legitimierung der Nationalsozialisten infiziert sein!

    Das gute daran ist: Es geht jetzt nicht mehr, einem Denker im verfolgen seinen Gedanken voll zu vertrauen, nur was selbst voll durchdacht wurde kann man als Denken annehmen, damit bleibt man aber auch immer selbst der Gefahr ausgesetzt einen völligen Scheiß zu denken!

    Hatte gestern Abend einen Vortrag über Beuys zu halten und
    heute noch mal – muss jetzt an diese Arbeit ran !

    Mai ! sind das ungeheure Schluchten……………
    ……………

    da kann man sich doch nur verirren ……….

    ……….
    ..

    Günter




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