Podlog #135 2017-05-15

15. Mai 2017, die 135. Folge. Heute lese ich eine kurze Stelle bei Adorno zum Verhältnis von Wahrheit, Gesellschaft und Hegels Philosophie und komme wieder einmal zum Scheitern, hier in Form der Kritik und der negativen Dialektik. Daran schliessen sich weitere Fragen an. Zum Verhältnis dieser Überlegungen zu den Gedanken Benjamins von gestern zum intentionslosen Sein; aber auch zur Frage der einzelwissenschaftlichen Theoriearbeit an “theorieeigener Sprache” (Luhmann) und ihrem Verhältnis zur ‘Wahrheit’, im emphatischen wenngleich negativ-kritischen, dialektischen Sinn. Schliesslich bringen mich heute abgebrochene weiter und über diese Gedanken hinaus in eine Metabeobachtung zu konstruktiven Irritationen gescheiterter Sätze beim Sprechen.

Quelle:

Adorno, Theodor W. “Drei Studien zu Hegel: Aspekte.” In Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie Drei Studien zu Hegel, edited by Rolf Tiedemann, 3. Aufl., 147–294. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1705. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1990.

2 thoughts on “Podlog #135 2017-05-15”

  1. Lieber Moritz!

    Ich fragte mich, ist die System-Theorie überhaupt mit Erkenntnistheorie kompatibel?
    Hat sich die Systemtheorie nach Luhmann nicht von Erkenntnistheorie abgemeldet, in dem sie von System entspricht und deren innere und äußere Funktionen beschreibt, wird ihre Art des erfassens von Welt beschrieben. Insofern ist die Systemtheorie selbst eine Art Erkenntnistheorie und alle Elemente der Erkenntnistheorie sind in ihr wieder zu finden. So führt – soweit ich mich noch erinnere – Luhmen ja auch das Paradox ein, an der Stelle, an der bei Hegel die Dialektik vorkommen.
    Ihr, der Systemtheorie eine Erkenntnistheorie an die Seite zu stellen, ist das nicht in sich ein Widerspruch?

    Ich möchte noch eine Überlegung zur Frage der Wahrheit anfügen:
    Vielleicht müssten wir genau unterscheiden, wann, wo, in welcher Situation, auf was hin die Frage der Wahrheit gestellt wird.
    Einmal kann ein Satz, eine Aussage, ein Begriff, eine Theorie auf ihren Wahrheitsgehalt hin befragt d.h. kritisiert werden.
    Dieselbe Frage kann aber auch einen Herrschafts Anspruch, einen Machtanspruch, eine gesellschaftliche Position beanspruchen die etwas ganz anderes ist, als die Frage nach Wahrheit.

    Da die Frage nach Wahrheit – wie die Frage der richtigen Religion – eine Frage in der sozialen Welt ist, beansprucht sie eine Bedeutung, eine Macht und eine Gewalt die von ihrer erkenntnistheoretisch ehrlich gemeinten Frage nicht zu trennen ist.

    Ist die Gewaltenteilung die Unterscheidung von Richter, Anwalt, Staatsanwalt sind das nicht der Ausdruck dieser Widersprüchlichkeit der Wahrheit-Frage?

    Zur Ablage, bitte!

    Günter




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  2. Ergänzung

    Die Wahrheitsfrage in der Systemtheorie kann doch nur innerhalb der Systemtheorie gestellt werden. Wo kommt diese Frage wie vor, welche Funktion hat Wahrheit innerhalb der Systeme.
    Oder du stellst die Frage von außen, wie die Systemtheorie ihrer Aufgabe, Gesellschaft zu erfassen entspricht, oder nicht, wo ihre blinden Flecken sind, die in der Theorie liegen, wieso sie gesellschaftliche Phänomene nicht sehen, nicht analysieren, nicht wahrnehmen kann, da ihr aus ihrem Theorieansatz die Organe dafür fehlen.

    Günter




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