Podlog #103 2017-04-13

13. April 2017, die 103. Folge von Podlog. Heute war ein Tweet von @Latent_de Anlass zu einer Reflexion über Onanie, meiner Lektüre von Genesis, Kap. 38, 1-10, die Frage nach der Möglichkeit der Verschwendung des Denkens, was das mit dem Systembegriff bei Adorno zu tun hat, der Frage nach der Zurichtung der Welt zum System, das uns als Bestimmung des formalen Denkens wieder begegnet, und dem seltsamen Zusammenklang der Ideen und Textstellen in der Einheit des Tagwerks.

Quellen:

Die Bibel: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift ; Psalmen und Neues Testament ; ökumenischer Text. Stuttgart: Kath. Bibelanst. [u.a.], 2003.

Adorno, Theodor W. Negative Dialektik. 10. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000.

2 thoughts on “Podlog #103 2017-04-13”

  1. Nun gut. Den Verschwendungsaspekt finde ich tatsächlich nicht so spannend, denn er ist für mich absurd und gar nicht (mehr) bedenkenswert.

    Hatte mir – darum „provokant“ – allerdings mehr Selbstreflektion in Richtung des selbstgefälligen Selbstgefallens bei der Befriedigung der eigenen Denklust erhofft. Auch, um der Frage der Motivation von uns allen, die wir mit Dingen das Netz füttern, etwas näher zu kommen. Onanie als Freude mit sich alleine plus die anderen zugucken lassen. Was, nebenbei bemerkt, seit 10 Jahren mein Verdacht gegenüber Stefan Seydel ist – trotz aller Rationalisierungen mit Ablegen-Zettelkasten-ich-mach’s-anders usw. (und gerade wegen dieser Rationalisierungen ist er als Überlegungsobjekt so spannend…) Aber mit diesem Verdacht wird man schnell in die Das-Internet-ist-böse-Ecke gestellt … und womöglich zum Buchdrucker gemacht ;-)




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  2. Lieber Moritz !

    Bin wieder auf Michel Foucault “Hermeneutik des Subjekts” gestoßen, das 2004 in deutscher Übersetzung erschienen ist und ich damals fasziniert laß. In ihm geht es u. a.um die Parrhesia, die freie Rede und darum, wie das Subjekt durch die freie Rede zu sich selbst kommt…………. könnte Dich interessieren?

    Dein Podlog schließt an die Tradition an, die mit “Alkibiades” (Platon) beginnt und die sich in der Frage der “epimeleia heautou”, der Sorge um das eigene Selbst ausweitet. Michel Foucault beschreibt von der Antike bis in die christliche Tradition der Geständniskultur hinein, in wunderbaren Vorlesungen, wie das Subjekt, in dem wie es angesprochen wird, sich wandelt.

    Bei deinen Überlegungen zu “Tagwerk” fiel mir ein Gedicht ein, das ich vor Jahren geschrieben habe, es heißt “Heute” und verwandelt das Tagwerk in eine Werteinheit ……

    http://guenterlierschof.blogspot.com/2017/04/heute-aus-der-hutehunde-sinneslehre.html

    Ostergrüße aus Tirol

    Günter L.




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