Podlog #093 2017-04-03

3. April 2017, die 93. Folge. Ich habe keine Ahnung, worüber ich sprechen soll, also lese ich weiter aus Miamification von Armen Avanessian – endlich zum Eintrag vom 29. September, dem vermeintlichen re-entry des Podlog in Form der diskutierten Life-logger; auch wenn ich dieses “Kompliment” zurückgeben muss. Die für mich wichtigste Frage aus diesem Text ist aber: warum sollen ästhetische Strategien zum Scheitern verurteilt sein? Heute nur Fragen… morgen vielleicht dann endlich…. nicht einmal mehr das.

Quelle: Avanessian, Armen. Miamification. Berlin: Merve Verlag, 2017.

 

 

One thought on “Podlog #093 2017-04-03”

  1. Lieber Moritz!

    „Bin ich denn als Beobachter nur eine Uhr und mehr nicht“ und „wieso soll ästhetische Intervention scheitern angesichts der unüberschaubarer Datenmengen?“
    (oder so ähnlich)

    Müdigkeit hat ihre eigene Klugheit und scheinbar lässt sie etwas schlüssig und prägnant zusammenfassen was lange wache Abhandlungen nicht können.

    Ich will damit sagen: Besser hätte man den Text von Armen Avanessian nicht zusammenfassen können.

    Armin hat die Fähigkeit eine Zeiterscheinung gut charakterisieren zu können, nur – entschuldige die Arroganz – fehlen ihm in seinem Text die begrifflichen Mittel diese wirklich zu analysieren.

    Zwei drei Zeitlichen, die einem die Sprache gerade zur Verfügung stellen genügen nicht, das Phänomen der „Präsentationskultur“ begreiflich zu machen.

    Sein Zeitbegriff ist der einer Chronologie, mit der weder Erlebniszeit und schon gar nicht das, wie Vergangenheit, wie Zukunft sich vergegenwärtigen, gefasst werden kann.

    Existiert Gegenwart nicht nur als vergangene? Was ist vergegenwärtigte Vergangenheit? Welche Verfasstheit nimmt diese in der Gegenwart an? Was ist historische Differenz und und ?

    Nur einige Fragen die mir dazu spontan einfallen.

    Wer nur einen mechanischen Begriff von Zeit hat (eine alte Krankheit von Linken) wird sich auch schwer tun, gegen die von Maschinen gesammelten Daten und deren Verwertbarkeit anzudenken. Denn das, was uns Zeitgenossen hungern lässt nach permanenter Gegenwärtigkeit, nach Ereignislust, hängt auch damit zusammen, dass es uns an einem gelebtem Verständnis von Zeit ( = Tod, Vergänglichkeit, Ewigkeit, Telos ) mangelt!

    Ein Zeitbegriff, der von der Gleichwertigkeit der drei Zeiten, Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft ausgeht (wie die Uhrzeit) kann einem nicht aus dem Hamsterrad von Nützlichkeits- Verwertbarkeits- Optimierungsstreben des Lebens und der Körper herausführen, in ihm gibt es nur die Möglichkeit Gegenwart zu optimieren ist doch seine Zeitauffassung die Aneinanderreihung von gleichwertigen Phasen. Zeit ist so gedacht, wie ein zelluloid Filmkader in dem alle Einzelphasen gleichwertig sind. In so einem Zeitverständnis ist der Verlust von Gegenwart schon angelegt!

    Mit Grüßen aus

    den vernebelten Bergen

    Günter




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