Podlog #062 2017-03-03

3. März 2017, die 62. Folge. Ich notiere ein paar Gedanken zum heutigen Schreiberlebnis beim Arbeiten an meiner Dissertation und im Anschluss an die Überlegungen von gestern. Anschliessend lese ich “Miamification” weiter, den Eintrag vom Montag den 26. September, mehr der Vollständigkeit halber, und den kurzen, müden Eintrag vom 27. September, weil dazu habe ich einige, auch müde Gedanken! Ich muss sagen, diese Art ein Buch zu lesen, macht mir einige Freude und ist zumindest zur Zeit eine sehr gute Aneignungsform, um darüber nachzudenken. Vielleicht und auch gerade weil ich nicht darüber schreibe, sondern sprechen kann. Aber dazu vielleicht an einem anderen Tag.

Quelle:

Avanessian, Armen. Miamification. Berlin: Merve Verlag, 2017.

One thought on “Podlog #062 2017-03-03”

  1. Lieber Moritz!

    Kann ich dem zusehen, dem Gedrehe, der permaneten Beschleunigung, dem vollen Speed, kann ich nacherleben wie guter Armin A. sich fühlt inmitten der Zeit, die da ist und in der er vermeintlich angekommen ist, kann ich ihm zusehen, jetzt in der Distanz von bald 45 Jahren, dann wird die große Leere wieder deutlich, das mich damals schon oft überfallen hatte.

    Denn, auch ich war einer der Jungs, der in der Kunstszene gehaypt und rumgereicht wurde, dem alle Türen von Hamburg, Berlin über Düsseldorf, bis New York offen standen.

    Ich hatte mich damals bewusst eingebremst, bin aus dem Kunstbetrieb ausgestiegen. Mitstudenten wie Martin Kippenberger hatten mich angeekelt, ich sie aber auch, denn sie ahnten, dass ich mich für meinen Erfolg nicht den selbst-zerstörerischen Zentrifugalkräften der damaligen Zeit (die heute genauso noch wirken) aussetzen wollte.

    Und wie ich an Armin A. erlebe ist heute jemand der so intelligent und sprachlich begabt ist – wie ich es so nie war – wie er, wie er selbst sagt, der ökonomischen Zeitbeschleunigung immer noch, wenn nicht noch mehr ausgesetzt.

    Nur merkt er nicht und Du auch nicht, wie leer dieses schillernde Faszinosum ist, wie wenig in den Texten wirklich gesagt wird, wie flüchtig das eine erhascht und schon vom anderen abgelöst wird, wie nur mehr eine verzerrte Landschaft an einem vorbeizieht die im Vorwärtsstürzen alles verzerrt und nicht zwischen wichtig und unwichtig scheiden kann.

    Natürlich gehört hierher die Müdigkeit, ist sie vielleicht der einzige Zustand indem er zur Ruhe kommt und sich ihm Dinge eröffnen, da nicht mehr das Übernächste das Nächsten schon staut.

    Frage: Meinst Du, es kann Buch schreiben genannt werden, wenn Du in dem Buch (der Dissertation) Doktorarbeiten kritisierst. Doch nur, wenn das dein Thema ist ………….Vergiss es und schreib interessantes, den gesamten Rahmen der Narration ausnützendes zu deinem Thema.

    Wenn ich lese was Leute aus dem Umkreis von Dirk Baecker für unzählige Dummheiten über Schrift, Sprache und deren Entwicklung von sich geben, dann denke ich, da musst Du dich ganz schön auf die Hinterbeine stellen um nicht auch all diesen Verkürzungen zum Opfer zu fallen.

    Nur ein Beispiel aus den Unzähligen, die mir aus dem Baecker-Umkreis begegnet sind: („Vokalschrift“ in einem Kommentar zu deinem PL) Die ägyptische Schrift war lange Zeit eine Konsonantenschrift und erst viel später gab es erste Zeichen für Vokale (siehe J. Assmann).

    Stefan M. Seidel und ein P. Lustig auf Twitter sind andere Kandidaten, die mit einem Halbwissen, ja Viertelwissen vermeinen den Hebel gefunden zu haben, der die Zeit bewegt, faktisch aber immer wieder völlig Ungenügendes zur Sprachentwicklung schreiben.

    Wieweit der Lehrer (d. Baecker), das Original da selbst schon verkürzt hat, kann ich nicht beurteilen, aber vermutlich schon……………….!?
    Mit dem Stand, den andere aus diesem Stall mitbringen wirst Du kein Buch schreiben können, das über das Buchgewicht von zwei, drei Kilo hinausgeht.

    Ich vermute ja, dass, um das Thema einigermaßen in den Griff zu bekommen, du viele Quellen nachprüfen musst, willst Du von einer größeren Fachwelt ernst genommen werden.

    Nach dem, was ich auch bei Baecker lese, liegt der Haken schon bei der ungenügenden Darstellung früherer Medienwechsel. Wenn in der Sicht des Damals schon so viel im Argen liegt fehlt das Instrumentarium, den jetzigen MW sachgemäß zu beschreiben.

    Grüße aus
    einer Anhäufung von Massen
    die sich Berge nennen

    Günter




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