Podlog #052 2017-02-21

21. Februar 2017, die 52. Folge. Ich habe begonnen “Geistige und körperliche Arbeit” von Alfred Sohn-Rethel zu lesen, eine Empfehlung von Daniela und ich bin angefixt. Nicht ohne Widerspruchsgelegenheiten aber dennoch hochspannend, weil sehr soziologisch – pragmatistisch, viele Überlegungen späterer Soziologie eigentlich marxistisch-materialistisch-dialektisch vorwegnehmend… Da werde ich weiter daran herumlesen und -denken müssen.

Quelle:

Sohn-Rethel, Alfred. Geistige und körperliche Arbeit. Zur Theorie der gesellschaftlichen Synthesis. 2. Aufl. edition suhrkamp 555. Frankfurt M: Suhrkamp, 1973.

One thought on “Podlog #052 2017-02-21”

  1. Lieber Moritz!

    Interessant wie dein Denkweg verläuft ….! Was Du über Sohn-Rthels Denken erzählst müsste letztlich auf das Geld hinauslaufen. Der “Abstraktion” Ware ist ja etwas zur Seite gestellt, mit dem diese Abstraktion verhandelt und ganz konkret wird, nämlich das Geld!

    Hierbei scheint mir der Begriff der Abstraktion sehr unglücklich gewählt, da ihr gegenüber ja immer das Andere das Konkrete, Wirkliche, Reale usw. stehen muss.

    Den Abstraktionsbegriff der Naturwissenschaft, der in ihr nur ein Zwischenzustand ist, da sich NWissenschaftlich Ideen, Denkmodelle immer an der materiellen Wirklichkeit erweisen müssen ist der Masssatb der NW. Nicht die Abstraktion, sondern die vermittelte Materie ist der Massstab der NW.

    in der Arbeit wird das durch Handwerk und heute weitgehend technisch gefertigte Produkt zur Ware , das in eine wie immer geartete Konsumtion einfliest. Ermöglicht kann der Prozess nur werden, da von Anbeginn diesem sich entfaltendem Prozess Geld an die Seite gestellt wird, das diesen Prozess begleitet, leitet, abbildet, antreibt…………

    Somit wird das was Sohn-Rethel Abstraktion genannt hat schnell sehr konkret.

    David Ricardo hatte sich damit schon auseinadergesetzt , Johann Silvio Gesell hat eingehend daran gearbeite und daraus die Idee des Schwundgeldes ( das in der Räterepublik München kurz im Einsatz war) entwickelt.

    Wilhelm Schmundt hat diese Ideen weiterentwickelt, steht aber heute weit im Abseits…

    Deren Gedankengrundlagen bilden bis heute das Modell nachdem die den Wirtschaftskreisläufen paralell verlaufenden Geldkreisläufe beobachtet werden können.

    Klüger wäre es, das was Sohn-Rethel Abstraktion nennt Entfremdung zu nennen, aber auch der Begriff greift nur, wenn er auf die Arbeit wie auf den Konsum angewandt wird.

    Der diese Entfremdung steuernde Prozess ist wiederum das Geld.

    Das heute zu einem, das Wirtschatsleben krank machendem System sich entwickelt hat.

    Was u.a. an dem gigantischen Überhang an Spekulations- und Derivatengeldern ( das 10 fache) im Verhältnis zu jener Geldmenge zu setzen ist, die in der realen Wirtschaft eingesetzt wird.

    Was an der zunehmeden Verschukdung der Nationalbanken und der Europäischen Bank zu sehen ist.

    Was in dem Wahnsinn mündet einen Staat wie Griechenland nicht Pleite gehen zu lassen mündet!

    An diesen Tatsachen sieht man wie schnell die “Abstraktion” Sohn-Rethels sehr, sehr konkret wird, ja wahrhaft katastrophale Züge annimmt.

    Und fast alle wissen es seid langem und schauen weg.

    Scheinbar so großen Probleme wie bigdata finden in den Zusammenhängen plötzlich auch

    ihren Platz

    Die Kathastrophe ist, man meint den Geldflüssen einfach freien Lauf lassen zu müssen!

    Grüße aus den Tälern vom

    Günter




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