Podlog #033 2017-02-02

2. Februar 2017, die 33. Folge. Ich denke kurz darüber nach, warum ich zu einem Diskussionsthema in dieser Form des Selbstgesprächs nichts sagen zu können glaube, und dagegen entschlossen habe, noch einen Aphorismus aus Minima Moralia zu lesen. Er hat mich bei meiner ersten Lektüre heute Vormittag an einen Kommentar von Günther (die Beobachtung der Reflexion des Selbstgesprächs als “naiv”) erinnert. Da ich nicht wusste, wie ich daran weiter denke, wollte ich ihn unkommentiert einsprechen. Das gelang mir aber nur halb, erinnerte er mich doch zugleich an die liegende 8 des workflow aus #dfdu bd.2. Es folgte also eine kurze Notiz zum Thema: wie man eine zweidimensionale, liegende 8 (dialektisch) aufheben kann.

2 thoughts on “Podlog #033 2017-02-02”

  1. Es ist mental schon sehr intensiv, was du hier machst und ich finde das ein interessantes Experiment – auch wenn ich bei Folgen wie der transzendentalen metaphysischen gespiegelten 8 Mangels Kompetenz aussteige. Ich jedenfalls würde parallel einen Kallender mit kurzen Notizen zu meinem täglichen Wohlbefinden fürhren. Ich kenne den aktuellen Stand der Tagebuchforschung nicht, es gibt aber eine Studie, die den Verdacht äußert, dass Tagebuchschreiben krank machen könne (https://www.newscientist.com/article/dn6374-dear-diary-you-make-me-sick/) Freilich ist das nur eine Korrelation, gesundheitlich Angeschlagene können auch eher zum Tagebuch tendieren. Das ständige Grübeln über dieselben Dinge scheint jedenfalls nicht sonderlich gesundheitsförderlich zu sein, insbesondere wenn es mit Ärger verbunden ist. Da könntest du ja in deinen Kalender entsprechende Smileys für Freude, Zorn und Verzweiflung eintragen.

    Kalendernotizen sind unabhängig davon aber auch für die rückblickende Bewertung deines Experiments entscheidend. Wir konstruieren unsere Vergangenheit viel zu unzuverlässig.

    Außerdem wäre zu beachten, dass die Selbstgespräche sehr im Kontext anderer Tagesgespräche stehen, die vielleicht auch sinnvollerweise im Kalender notiert werden sollten. Am besten noch mit einem Hinweis darüber, ob die Gesprächspartner der eigenen Meinung widersprachen oder sie stützten.




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  2. Ergänzung: Das klingt so medizinisch. Ich meine das eher so, dass du den Verlauf konkreter nach deinen eigenen Erkenntniskriterien dokumentieren könntest. Eben weil nachträgliche Bewertungen oft verzerrt sind. Als ich mal in einem Projekt für Biografieforschung war, wurde mir das Ausmaß solcher Fehleinschätzungen erst richtig bewusst.

    So könntest du z.B. tägliche Noten für deinen eigenen Erkenntnisfortschritt geben. Nimmt der über die Zeit zu, nimmt er ab? Welche Ereignisse traten parallel dazu auf? Im Nachhinein kannst du dann längere Phasen der intellektuellen Verzweiflung wiederfinden und nachhören und überlegen, wie du inzwischen darüber denkst.




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