Podlog #029 2017-01-29

29. Januar 2017, die 29. Folge. An manchen Tagen kommt einem was dazwischen. Und an manchen Tagen ist es “das Leben”… Aber was heisst es, wenn einem das Leben dazwischen kommt? Zwischen was? Und inwiefern ist dieses Was etwas anderes als Leben? Mir kam heute das Leben dazwischen, aber das Denken ist nicht ganz machtlos in solchen Situationen, oder? Dem Leben fehlt zum Lebendigsein etwas, nämlich das Denken. Sagt Hannah Arendt. Und zumindest darin kann ich ihr zustimmen…

2 thoughts on “Podlog #029 2017-01-29”

  1. Lieber Moritz!

    Gehst Du in deinem Sprechen über Denken und Leben nicht von einem Begriff des Lebens aus, der im Gegensatz zum Denken steht?

    Und ist das nicht ein naturalistische Vorstellung von Leben, von Denken. Im Sinne von: „Über das Leben nachdenken“. Ich bilde mir Begriffe und denke über etwas nach, in das sich dann das Leben einmischt……..

    Und dann baust Du aus dem angenommenen Gegensatz die Forderung einer dialektischen Durchdringung, wo das Leben im Denken aufgehoben sein sollte, wo das Leben sich in das Denken einmischt usw……….

    Zwei Gedanken dazu:

    Dialektik, so wie ich Hegel lese, ist ein Widerspruch der sich aus der Eins ergibt, die sich in eine Zwei aufspaltet.

    Die Zwei aus Einem ist die Voraussetzung einer dialektischen Bewegung. Das sich selbst Entgegengestellte entsteht in der Setzung des Einen. In dem Setzen des Einen, grenzt sich dieses vom Anderen ab, das Andere, das sich dem Einen entgegenstellt.

    Hegel geht sogar so weit zu behaupten, dass das Eine durch die Negation des Anderen gesetzt wird. Setzen ist für Hegel Negation.

    Dadurch entsteht diese eigenartige zeitliche Verwindung, dass das Danach ein Davor wird, dass das Negierte, das Abgegrenzte im abgrenzen erst entsteht.

    Dieses durch abgrenzung Entstehende ist die Voraussetzung der dialektischen Bewegung. Das Verstellte, Ausgegrenzte kann sich erst in einer weiteren Negation zeigen.

    Das Ausgegrenzte, das in der Negation (in der Setzung) entsteht, kann in der Negation der ersten Negation als Ausgegrenztes erscheinen.

    Siehst Du Leben und Denken dialektisch verwoben, kannst Du nur das Eine aus dem Anderen hervorgebracht sehen, so wie Hegel es in der Ph. d. G. im Kapitel „Kunstreligion“ uns vorführt.

    Denken ist in dem Prozess des Werkmeisters der Prozess der durch Steine, Pflanzen, Tiere, Menschen und dessen Sprache zu sich selbst kommt.

    Somit ist Denken das erscheinen des Lebens, oder, das sich selbst vermittelnde. Das Leben kommt im Denken zu sich selbst, aber, da es dazu aus sich heraustreten muss ist es ein Anderes, ist es ein, in der Sprache vergegenständlichtes ( wird zu seinem eigenen Gegensatz)

    In dem Sinne müsste – „das Leben mischt sich ins Denken ein“ – heißen: Das Denken des Lebens kommt dem Denken in Begriffen dazwischen. Nicht das Leben fordert sein Tribut vom Denken sondern, das Denken des Lebens hat sich in das Denken des Denkens in Begriffen eingemischt, warum auch immer.

    Joseph Beuys dazu: „Ich denke mit dem Knie!“

    Wenn Du aber Denken und Leben als etwas Verschiedenes ansiehst, ist es nach Hegel völlig sinnlos von dialektischer Durchdringung und Aufhebung zu sprechen.

    Aus dem Grunde plädiere ich dafür das Wort Dialektik rauszulassen, es wird meist schludrig verwendet.

    Findet man einen Gegensatz meint man schon Dialektik gefunden zu haben………..
    und und und und

    Grüße aus den Bergen

    Es freut mich, wenn sich dein Leben ins Denken einmischt!

    Günter




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  2. Verbessert :

    Lieber Moritz!

    Gehst Du in Deinem Sprechen über Denken und Leben nicht von einem Begriff des Lebens aus, der im Gegensatz zum Denken steht?

    Und ist das nicht eine naturalistische Vorstellung von Leben, von Denken? Im Sinne von: „Über das Leben nachdenken“. Ich bilde mir Begriffe und denke über etwas nach, in das sich dann das Leben einmischt……..
    Und dann baust Du aus dem angenommenen Gegensatz die Forderung einer dialektischen Durchdringung, wo das Leben im Denken aufgehoben sein sollte, wo das Leben sich in das Denken einmischt usw……….

    Zwei Gedanken dazu:

    Dialektik, so wie ich Hegel lese, ist ein Widerspruch, der sich aus der Eins ergibt, die sich in eine Zwei aufspaltet.

    Die Zwei aus Einem ist die Voraussetzung einer dialektischen Bewegung. Das sich selbst Entgegengestellte entsteht in der Setzung des Einen. In dem Setzen des Einen grenzt sich dieses vom Anderen ab, das Andere, das sich dem Einen entgegenstellt.
    Hegel geht sogar so weit zu behaupten, dass das Eine durch die Negation des Anderen gesetzt wird. Setzen ist für Hegel Negation.

    Dadurch entsteht diese eigenartige zeitliche Verwindung, dass das Danach ein Davor wird, dass das Negierte, das Abgegrenzte im Abgrenzen erst entsteht.
    Dieses durch Abgrenzung Entstehende ist die Voraussetzung der dialektischen Bewegung. Das Verstellte, Ausgegrenzte kann sich erst in einer weiteren Negation zeigen.

    Das Ausgegrenzte, das in der Negation (in der Setzung) entsteht, kann in der Negation der ersten Negation als Ausgegrenztes erscheinen.

    Siehst Du Leben und Denken dialektisch verwoben, kannst Du nur das Eine aus dem Anderen hervorgebracht sehen, so wie Hegel es in der Ph. d. G. im Kapitel „Kunstreligion“ uns vorführt.

    Denken ist in dem Prozess des Werkmeisters der Prozess, der durch Steine, Pflanzen, Tiere, Menschen und dessen Sprache zu sich selbst kommt.

    Somit ist Denken das Erscheinen des Lebens, oder das sich selbst Vermittelnde. Das Leben kommt im Denken zu sich selbst, aber, da es dazu aus sich heraustreten muss, ist es ein Anderes, ist es ein in der Sprache Vergegenständlichtes ( wird zu seinem eigenen Gegensatz)
    In dem Sinne müsste es „das Leben mischt sich ins Denken ein“ heißen: Das Denken des Lebens kommt dem Denken in Begriffen dazwischen. Nicht das Leben fordert seinen Tribut vom Denken sondern, das Denken des Lebens hat sich in das Denken des Denkens in Begriffen eingemischt, warum auch immer.

    Joseph Beuys dazu: „Ich denke mit dem Knie!“

    Wenn Du aber Denken und Leben als etwas Verschiedenes ansiehst, ist es nach Hegel völlig sinnlos von dialektischer Durchdringung und Aufhebung zu sprechen.

    Aus dem Grunde plädiere ich dafür das Wort Dialektik rauszulassen, es wird meist schludrig verwendet.
    Findet man einen Gegensatz, meint man schon Dialektik gefunden zu haben………..
    und und und und

    Grüße aus den Bergen

    Es freut mich, wenn sich Dein Leben ins Denken einmischt!

    Günter




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