Podlog 2017-01-03

3. Januar 2017, dritte Folge von Podlog. Heute ohne Themen und die in ungefähr folgender Reihenfolge: Themenmangel; protestantische Arbeitsethik im Urlaub; Bücher, die man nicht gelesen hat; Gespräche bei Familientreffen an Weihnachten; globaler Kapitalismus und seine Kriege.

4 thoughts on “Podlog 2017-01-03”

  1. Manche Bücher lohnt es sich ja dann doch auch mal zu lesen. Zum Beispiel Bensaids “ungeduldiges Leben”. Du wirst vieles finden zu Themen, die Dich interessieren und begeistern (Marx, Medien und Marranen, um nur Weniges zu nennen). Zur Frage der Gewalt als zentrales Moment menschlicher Wirtschaftsbeziehungen (das ist jetzt nicht sonderlich glücklich formuliert) sei mal wieder v.a. Graeber empfohlen (eines der Kapitel in Debt, bzw. ein knapperer Artikel, den ich Dir per Email schicke). In diesem Sinne: Bleib dran! :)




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  2. So lange man lebt wird gehandelt – heißt auch wird mit einem gehandelt – so lange man lebt wird gehandelt und nicht-gehandelt, das ist die Frage ………. der zweite Teil, das Nichthandeln ist viel enscheidender: Nicht handeln zu können, ZB. faul sein zu können, die Welt sich nicht erklären zu müssen………. DieThese: “Kriege halten den Kapitalismus am Leben” könnte auch lauten: Kriege sind Kriege und Kapitalismus ist Kapitalismus – beide ursächlich zu verknüpfen wird weder dem Kapitalismus noch den Kriegen gerecht…………




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  3. Es gibt Techniken, die das Nichtstun ausblenden und eine “freundliche Imitation” der Arbeit leisten, zum Beispiel Fotos machen:

    “Most tourists feel compelled to put the camera between themselves and whatever is remarkable that they encounter. Unsure of other responses, they take a picture. This gives shape to experience: stop, take a photograph, and move on. The method especially appeals to people handicapped by a ruthless work ethic — German, Japanese, and Americans. Using a camera appeases the anxiety which the work-driven feel about not working when they are on vacation and supposed to be having fun. They have something to do that is a friendly imitation of work: they can take pictures.” (Susan Sontag)

    Oder lesen: Für meine “Urlaube von der Dissertation” könnte man die Kamera einfach durch Bücher ersetzen, die auf eine fast schon technische Art eins nach dem anderen “weggelesen” werden. Unsure of other responses, she reached for a book.




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  4. Hi Moritz,

    toll, dass es dir gelingt, so positiv mit der Aussage deines Onkels umzugehen. Vor allem, weil das eben so ist, dass dein Onkel seine Sicht zum Thema Ausbeutung auf der Grundlage seines Wissens hervorgebracht hat. Persönlich kann ich seit etwa einem Jahr nicht mehr gut mit Menschen umgehen, die eine solche Sichtweise haben und dann auch noch äußern.

    Meine Antwort dazu:

    Ausbeutung heißt in erster Linie, dass die Arbeiter nur einen Teil von dem bekommen, was sie erwirtschaftet haben, weil die Ausbeuter ‘ohne Arbeit’ bzw. allein vom Ausbeuten leben können möchten und in der Regel darüber hinaus durch Ausbeutung reich werden möchten. Da spielt es ERST EINMAL keine Rolle, ob der Arbeiter vom Lebensstandard dabei besser dasteht als seine Vorfahren.

    Dass ein gewisser Teil der Arbeiter dazu gebracht werden kann, mit seiner ausgebeuteten Lage zufrieden zu sein, ist nicht damit gleichzusetzen, dass diese Arbeiter nicht ausgebeutet werden. Die meisten Arbeiter kommen ja aus einem Milieu heraus, dass die Notwendigkeitsorientierung (Bourideu) kultiviert hat, so dass sie nun leicht dazu verleitet werden können, mit ihrer Lage zufrieden zu sein, so lange sie im chronologischen Vergleich eine Verbesserung darstellt.

    LG, Dominik




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