Podlog #069 2017-03-10

10. März 2017, die 69. Folge. Heute bin ich, nach technischen Fehlern im zweiten Anlauf, endlich zu meinen weiteren Überlegungen zum Eintrag vom Mittwoch den 28. September aus “Miamification” gekommen. Ich notiere Fragen zu Dialektik als Poetik, zum Problem: wo bleibt eigentlich die Gesellschaft zwischen Subjekt und Programmen, zur Zeitgemässheit der Zeitgenossenschaft, und zur Frage nach neuen Erzählformen und ihrem interventionistischen Charakter, Fragen von Form und Inhalt, einer Andeutung eines re-entry von Miamification.

Quelle: Avanessian, Armen. Miamification. Berlin: Merve Verlag, 2017.

One thought on “Podlog #069 2017-03-10”

  1. Lieber Moritz!

    In einer Fragestellung davon auszugehen, dass es Daten, einen Überschuss an Daten gäbe, die das Subjekt sich poetisch aneignen können müsste, wird auch nicht besser, wenn im nächsten Satz Subjekt und Objekt als schon in den Prozess mit eingeschrieben angenommen wird, und dann ein poetisches Subjekt gefordert wird, das sich diese Daten zu eigen machen sollte, bzw. sich darin einmischen können soll.

    Was sind Daten und ab wann werden Daten zu überschüssigen Daten? Treten Daten jemals, wie in der Theorie von AA als Daten auf? Nicht eher als „Quanten-zu“ (Werten) veröffentlicht und interpretiert „von……..“ (Personen, Institutionen, Rechnern). Was vielmehr sind als nur sogenannte Daten?

    Daten, die als solche genannt werden, sind nicht mehr Daten, sondern sie kommen immer in Zusammenhängen vor, die diese, alleine weil sie in Zusammenhängen vorkommen, interpretieren.

    Daten kommen nicht ohne Subjekt vor! Das ist zu allererst anzumerken. Auch wenn das Subjekt kein Ich hat und ein Rechner ist, ist es Subjekt.

    Wäre das nicht so, würden Daten unvermittelt (Hegel) wie subkutane Spritzen wirken, die direkt in den Blutkreislauf der Welterzeugung hineinwirken.

    Das wird gerne so gesehen, beschreibt aber das Phänomen in keiner Weise.

    Gesellschaft ist bei Daten auch immer schon drinnen.

    Wir können doch nicht hinter die Erkenntnisse der Phänomenologie (E. Husserls) zurückfallen, nur weil wir uns so geil am Puls der Zeit wähnen?

    Dass, wenn wir etwas über Sprache, Daten und …….. aussagen, immer schon in Sprache drinnen sind, ist nicht nur Tautologie, sondern maßgeblich für das Beschreiben selbst.

    Wer sagt mir denn, wann das Ich des poetischen Subjektes mein Ich ist und dieses Ich nicht, wie so oft, das Ich vieler Ichs ist.

    Da hat Armin A. als vorangenommene Lösung sich das Poetische gewählt, welches aber bei genauer Betrachtung von Anfang an schon drinnen ist. Denn, ist Poetik nicht der Quell der Sprache selbst, aus der wissenschaftliche, technische, normative Sprachen die poetischen Möglichkeiten einschränkend, rastrierend, normierend zur reibungslosen Verständigung verdammt, herausgelöst werden ?

    Poesie, mit anderen Worten, die Mehrdeutigkeit der Sprache, die gleitenden Metonymie, das Symbolische, sind doch, das Sprache Konstutuierende?

    Was da später von Armin Avanessian rettend gefunden werden will, ist doch von Anbeginn an da und trägt permanent zur Verwirrung bei.

    Was wir als Dichter tun: Wir sprechen diese Verwirrung nur aus, wir müssen sie gar nicht erfinden, oder wenn wir sie erfinden, nur, um uns den Spiegel vorzuhalten, um das Chaos auszusprechen, in dem wir uns permanent befinden.

    Der wahre Dadaist und Fluxuskünstler spricht nur aus, was im Börsen- und Bankengeschäft täglich beschönigend gesprochen wird.

    Nur soweit kann auch von Wahrheit und Politik in Bezug auf Poetik gesprochen werden. Was aber ein völlig anderer Wahrheitsbegriff ist, wie der, der in der Wissenschaft zum Einsatz kommt.

    Mit Grüßen aus den Bergen
    die weiß leuchtend vor
    strahlend blauem Himmel
    stehen!

    Günter




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