Podlog #067 2017-03-08

8. März 2017, die 67. Folge. Heute nur ein paar kurze Folge, zwischen Tür und Angel, zwischen Rückkehr und Besuch… Ich lese aus “Miamification” den Eintrag vom 28. September und notiere ein paar eigentlich nur Ausblicke auf die Kommentare und Überlegungen morgen. Die Beschreibung ist dem Whisky geschuldet kurz.

3 thoughts on “Podlog #067 2017-03-08”

  1. Lieber Moritz!

    Was ich hier schreibe ist auch wie eine Notiz die ich hier abgelege. Es ist nicht notwendig darauf einzugehen, aber wenn es deine Gedanken herausfordert ist es auch gut. so

    Armin A hat ganz kompliziert einfaches gesagt. Nur, wenn er in Bezug auf Sprache von Bedeutung ausgeht, ist er wohl um über hundert Jahre zu spät gekommen.

    Ob dann ein ICH sich die Daten aneignet oder nicht bleibt dann auch nur eine Konstrukt, mehr nicht…….

    Eigenartig ist, er weiß er im verwenden der Sprache mehr als er dazu inhaltlich zu sagen hat!

    Wenn er von Ihr, von Euch spricht, was tut er da?

    Das ist nicht nur eine Personal- bzw. Pluralpronomen, sondern auch eine Sprachgeste, die im Tonfall ihren appellativen Ursprung nicht leugnen kann.

    In dieser Sprachgeste klingt ein Ursprung der Sprache mit, in der – und das ist eine Behauptung der wirklich Gewicht beizulegen ist – der Sprecher, zu aller erst sich etwas zu sagen hat.

    Das ausgesprochene Wort ruft auf, es ruft das auf den Plan, stellt das in die Welt, was durch das Wort, durch die Laute und ihre Kombination – Musik und Poesie als die Sprache gebärende – in die Welt gesetzt wird.

    Das Wort erklingt, zu aller erst dem Sprecher, damit der erkennt was er auf den Plan gerufen hat.

    Der Ursprung der Sprache ist magisch, ritual! Das kann sie auch nicht ableugnen wenn abstrakte Begriffe aufgerufen werden – vielleicht wird das Magische da noch virulenter als bei Dingen die auch als Objekte in der Welt vorhanden sind.

    Sprache muss ganz anders angesprochen werden als bisher (AA spricht wie bisher nominal ÜBER Sprache).

    Vergegenwärtigen wir uns: Das Organ des Kehlkopfes und der aufrechte Gang ist ein Ergebnis der Sprache – nur weil dies eine schwer zu belegende Thesen ist, muss sie nicht Blödsinn sein.

    Wenn das so ist, ist Kehlkopf und der aufrechter Gang ja nicht ein Produkt der Sprache, wie der Apfel am Baum den man abpflücken und essen kann, sondern, trotz dem organisch werden – was ja eine Herauslösung des Körpers aus der Sprache, im ursprünglichen Sinne ist – stelle ich mich sprechend immer wieder hin, stelle das Ausgesprochene hin und mich in das Ausgesprochene hinein, richte mich darin auf, werde darin aufgerichtet.

    Ich will hier nicht Glauben verbreiten, aber vom Ursprung der Sprache bekommen wir einen passenden Eindruck wenn wir uns Gebete ansehen.

    Ein Rest von dem spricht sich aus wenn ein Sprecher (AA) von Euch spricht. Er fordert er im Namen der Sprache auf, appelliert im Namen der Sprache an die Sprache in jedem einzelnen, damit der sich an Sprache aufrichten kann.

    Das alles wusste Friedrich Nietzsche als der den Zarathustra schrieb und er wusste, wie diese Sprache wieder kommen wird, weil ihre Überzeugungskraft gesucht werden wird.

    Da könnte die Geschichte uns eine Lehre sein, auch und gerade im Missbrauch der Rede zeigt sich ihre Kraft.

    An Goebbels Rede vor der SS
    http://www.1000dokumente.de/pdf/dok_0008_pos_de.pdf
    kann gesehen werden, wie aufrichtend Rede angelegt ist und wie sie der, der dies zu nützen weiß Wirkung erzeugen kann, auch wenn diese für grausame Zwecke eingesetzt werden.

    Hinweis missverständlich………..?

    Grüße vor dem Abhang

    Günter




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  2. Ergänzung zu : “Vergegenwärtigen wir uns: Das Organ des Kehlkopfes und der aufrechte Gang ist ein Ergebnis der Sprache – nur weil dies eine schwer zu belegende Thesen ist, muss sie nicht Blödsinn sein.”

    Die Folien – Sprache, Schrift, Buchdruck, Computer – welche Stefan M.S. immer als Interpretationsmatrix verwendet., haben den holistischen Anspruch unsere Gegenwart in ihrer Genese zu verorten.

    Stelle ich diesen die Matrizen – Plastik, Malerei, Soziale Plastik – (J.Beuys) entgegen, die von den Weg des sich aufrichtens in der Welt erzählen, wird die Arm- Bein- und Körperlosgkeit der auf symbolische Formen reduzierten Folien von Dirk Baecker deutlich.

    Was im 6 Jh. v. Chr. in der griechischen Plastik aufgetreten ist, ist mehr als ein Beleg für die These, der sich aufrichtende Körper ist der Sprache geschuldet.

    Das Frühchen Mensch und die Sprache bedingen sich wechselseitig und damit sind die menschliche Sprache und der menschliche Körper in einer Art Einheit.

    Wer meint, wie Du, wie Dirk Baecker und Armin A. mit geschicktem jonglieren von Begriffen über die materialistische Dimension der Sprache und deren Gestalt, dem menschlichen- wie sozialen Körper hinweggehen zu können, wird immer den Menschen als ICH als regulierende Instanz einfügen müssen, ohne diesen, als daran leidenden voraussetzten zu können.

    Da schaut halt immer noch der Mensch als Demiurg, als Schöpfergott durch, dessen sich ändere Mittel zu betrachten seien, an ihnen könnte die schöpferische Möglichkeite abgelesen werden .

    Die Sprache ist aber kein Mittel bzw. nur zu einem Teil!

    Grüße –

    wohin auch immer

    Günter




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  3. Ergänzung verbessert und um eine Ergänzung erweitert:

    Ergänzung zu : “Vergegenwärtigen wir uns: Das Organ des Kehlkopfes und der aufrechte Gang ist ein Ergebnis der Sprache; nur weil dies eine schwer zu belegende These ist, muss sie nicht Blödsinn sein.”

    Die Folien – Sprache, Schrift, Buchdruck, Computer – welche Stefan M.S. immer als Interpretationsmatrix verwendet, haben den holistischen Anspruch unserer Gegenwart in ihrer Genese zu verorten.

    Stelle ich diesen die Matrizen – Plastik, Malerei, Soziale Plastik – (J.Beuys) entgegen, die von dem Weg des sich Aufrichtens in der Welt erzählen, wird die Arm- Bein- und Körperlosigkeit der auf symbolische Formen reduzierten Folien von Dirk Baecker deutlich.

    Was im 6 Jh. v. Chr. in der griechischen Plastik aufgetreten ist, ist mehr als ein Beleg für die These: Der sich aufrichtende Körper ist der Sprache geschuldet.
    Das Frühchen Mensch und die Sprache bedingen sich wechselseitig, damit sind die menschliche Sprache und menschliche Körper in einer Art Einheit.

    Wer meint, wie Dirk Baecker und Armin A. mit geschicktem Jonglieren von Begriffen über die materialistische Dimension der Sprache und deren Gestalt, dem menschlichen wie dem sozialen Körper hinwegsehen zu können, wird immer ein regulierendes ICH als höhere Instanz einfügen müssen, ohne dieses, als an sich Leidendes (an dem Vorweg der Sprache leidendes Wesen) erleben zu können.

    Aus dem ICH schaut immer noch der Mensch als Demiurg, als Schöpfergott heraus, dessen Mittel er anwendet betrachtet, um an ihnen die schöpferische Möglichkeiten ablesen zu können.

    Sprache ist kein Mittel – nur zu einem Teil!

    Das Selbstreflexive, das in der Erweiterung der Mittel (Computer) möglich werden soll, ist ja in der Sprache längst enthalten, es wird nur Partielles durch neue Medien freigesetzt.

    Grüße –
    wohin auch immer
    Günter

    Ergänzung 2:

    In der Kunst- und Geistesgeschichte gab es einen Einbruch, der, vermute ich, mit den drei Folien von Dirk Baecker nicht zu fassen ist: der Einbruch des REALISMUS, der in Gustave Courbet sich in seiner ganzen Breite zeitigte, seinen Ursprung aber in der Barockzeit (u.a. im Vanitas-Stillleben) hat und in der Folge durch die Einführung des elektrischen Lichtes (Thomas Alva Edison) eine solche Macht entwickelte, dass P. Sloterdijk (er ist damit nicht der Einzige) die zweite Hälfte des 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als ein vom Begriff des Realismus geprägtes Jahrhundert ausmachen konnte.

    Übertragen auf Begriffe wie Energie, Rohstoffknappheit, die Erde als Ganzheit, die Globalisierung sind diese im Ursprung Realismusfragen.

    Wobei – meine These – dieser REALISMUS sich aus dem Bild herleitet und nicht aus der Schrift.

    Der Begriff der Sozialen Plastik ist dann ein qualitativer Sprung, da er Materie und Soziales in eines bringt, das sich wechselseitig plastisch gestalten sollte, kann, muss, wird ……………..




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