Podlog #010 2017-01-10

10. Januar 2017, die zehnte Folge. Ich notiere Nachträge, zu den Themen der vergangenen Tage, zu den Briefwechseln von Kubitschek mit Nassehi und Leggewie, zu meinem Telefonat mit Christian, zum Kommentar von Günther und auch zu ein paar meiner Überlegungen im Anschluss. Wirklich: Das mit dem Kurzfassen, das muss ich verbessern.

3 thoughts on “Podlog #010 2017-01-10”

  1. Lieber Moritz !
    ich schreibe jetzt gleich, da morgen die Argumente im Tagesgeschäft untergehen.
    ich finde Du hast ganz gut herausgearbeitet um was es in dem Briefwechsel geht, um gehört werden, eine Position im Diskurs zu erringen, vom Gegner gehört und anerkannt zu werden usw.

    Zu Rechts und Links:
    Deine Argumente, wieso diese Unterscheidung immer noch produktiv und geeignet ist beziehen sich einmal auf das Man (M. Heidegger): Weil man so über politisches spricht, weil man so auch geschichtliche Positionen zuweisen kann, weil unser politisches Sprechen in diesen Koordinaten funktioniert hat und immer noch funktioniert:

    Die Vorwürfe an die,die der Auffassung sind diese Unterscheidung seien ausgelaugt und unbrauchbar werden ausschließlichr von bekennenden Linken, Rechten oder Liberalen ausgesprochen………

    Meine Beobachtung, dass dieses Unterscheidungsmerkmale heute nicht mehr funktionieren hat eine andere Quelle, als die des öffentlichen Diskurses.

    Die Unterscheidung Link/Rechts hindert als Denkvoraussetzung frei zu denken!

    Alleine die Frage, welchen Autoren vertraue ich. Habe ich Links als Schema im Kopf werde ich mich ganz schwer tun unvoreingenommen M, Heidegger oder Peter Sloterdijk zu lesen – für einen guten Freund, der sich als Kommunist sieht sind diese Autoren nicht lesbar. Ein Rechter wird im basalen Studium z,B. nur bestimmte Texte von Hegel lesen. Überhaupt hat diie Unterscheidung Rechts Links in den Hegelstudien katastrophale Auswirkungen gehabt,

    Wir haben diese Fülle an soziologischen Erkenntnissen nur, weil Denker von diesen das Denken behindernden Keulen Abstand genommen haben. Das gilt für die Psychologie, Politologie, Geschichtswissenschaft und und…

    Ich war in den ersten Stunden dabei als der Habenmas – Luhmann – Streit ausbrach und habe selbst miterlebt wie lange diese sogenannten Positionen eine unvoreingenommene lesen von Luhmann verunmöglichte.

    H. Arendt wird ein Linker nie ganz verstehen können, da er sich schwer tun wird M. Heidegger zu lesen, oder ihre theologischen Hintergründe ( Pultmann) zu studieren ohne die aber H. Arendt nicht denkbar ist.

    Allgemein haben Linke ein großes Problem mit Religion, da diese ihrer Position zu ähnlich ist. Ein sozialistische Gesellschaft und das Paradies sind halt doch irgendwie verwandt. Es erkläre mir Mal ein Linker die Linke Position ohne Telos?

    Zu meinen man könnte das eine, den öffentliche Diskurs, vom Erkenntnisinteresse trennen, das geht nicht, nimmt man das eine wie das andere gleich ernst.

    Auch das historische Argument hat sich überlebt, da die historischen Voraussetzungen dazu nicht mehr gegeben sind !

    Das einzige Argument für Rechts/Links wäre, alles wird dadurch einfacher !

    Aber, ob das stimmt…?

    Günter




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    1. Ich erwarte mir nicht, dass Du auf alle meine comments eingehst, es ist dein Podlog. Wenn ich so zuhöre kommen mir so meine Gedanken und ich schreib dann sie auf, auch wenn sie nicht ganz ausgegoren und vielleicht nur Reaktionen sind – ich mach das dann auch nur so für mich!




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  2. Ich habe interessiert zugehört, da ich exakt diese Überraschung in einem Gespräch mit einem bekennenden Rechtsintellektuellen erfahren habe. Ich möchte jedoch deiner Schlussfolgerung widersprechen, wenn man seine Argumentationsformen beim rechten Gegenüber wiederfinde, müsse man seine Formen überdenken. Das hieße ja, dass man die eigene Position überhaupt nicht auf Basis seiner Argumente eingenommen hat, sondern seine Position als Axiom voranstellt und sie danach untermauert. Das wäre auch keine Diskussion auf Augenhöhe, da man davon ausgeht, dass der andere falsch liegt, weil er eine bestimmte Position vertritt. Im Rahmen von Wissenschaft geht es aber darum, mit einem gemeinsamen Instrumentarium an Argumentationsformen um die Wahrheit zu ringen und nicht bewährte Instrumente der Wahrheitsfindung zu verwerfen, sobald sie zu unerwünschten Ergebnissen führen. Eher müsste man in solch einem Fall überlegen, ob die Positionierung Links-Rechts nicht ganz anderen als den vorgebrachten Motiven folgt. Irgendwelchen psychologischen oder Zufallsgründen oder was auch immer und eben nicht Ergebnis eines Diskurses sind – der Diskurs dann nurmehr das Marketing der eigenen Position ist.

    Unter Augenhöhe verstehe ich übrigens nur, nicht vom Standpunkt des Gegenübers auf dessen intellektuelle Unzulänglichkeit zu schließen und sich von vornherein als geistig überlegen anzusehen.




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