Podlog #304 2017-10-31

31. Oktober 2017, die 304. Folge. Überlegungen zu einer winzigen Erwähnung von Stephan Porombka, der seine Arbeit als “experimentelle Kulturwissenschaft” bezeichnet hat. Das ist die Bezeichnung, nach der ich die ganze Zeit gesucht habe! Experiment, Übung, Versuch – Gedanken zu Notizen, dem Sprechen, dem Medialen der Vermittlung und der flirrenden Vielfalt der Arbeitsprozesse jedes Tages, deren Vermittlung und Verweise selbst nie zur Darstellung kommen, vielleicht aber doch! Gerade in den Gesprächen, im Sprechen und Hören, und in jenen vermeintlich selbstreferentiellen Metagesprächen über den Podlog selbst, taucht die Medialität der Arbeit experimenteller Kulturwissenschaft auf.

Quelle: Stephan Porombka über seine Arbeit (Science Slam)

One thought on “Podlog #304 2017-10-31”

  1. Zum Selbst in der Bezeichnung Selbstgespräch:

    Das Selbst im Selbstgespräch hat im üblichen Sprachgebrauch die Bedeutung des Rückbezugs eines Ich auf Sich-selbst.

    Das Selbst im Selbstgespräch in einem Podcast muss auch die Hörer und deren Selbst, als irgendwie gearteter Teil des Selbstgesprächs mit hineinnehmen auch wenn sie etwas sind, das ignoriert werden will, sie und ihr Selbst ist da!

    ( “das Begehren sind immer die Anderen” J. Lacan)

    Damit kommt aber schon der darüber liegende Begriff des Selbst ins Spiel: das Selbst aller Selbst, oder auch die Tradition, die Genese, die Geschichte des Selbst, das 1945 ein anderes als 1989, als 1911 war und wieder ein anderes um1800, in der Renaissance ein anderes wie heute, wie gestern……

    Und hier kommt das Hören mit hinein, denn auch das Hören ist in gewisser Weise das andere Gesicht des Selbst.

    Das Hören hat sich entwickelt am Selbst. Vielleicht würde sich bei genauer Sichtung des Phänomens herausstellen, dass das Selbst nichts anderes ist als ein sich entwickelndes Hörig-Seins.

    Hören ist ja nicht nur physiologische Wahrnehmung, sondern Hören ist auch gehorchen, erhören, sich Gehör verschaffen usw. …….

    Das Selbst von heute gab es nicht immer. Das Selbst und das Es, sind sie nicht auseinander hervorgegangen und spricht im Selbst, des selbstreflexiven Gesprächs nicht immer auch diese ungeheuere Konstruktion des Einen mit, der nur aus sich hervorgeht, den nichts effizieren kann, nicht mal sein eigenes Werk?

    Sind wir nicht etwas dumm, wenn wir naiv meinen, der Beobachter schuldet der Beobachtung nicht mehr, als ein Spiegel dem schuldet, der sich darin spiegelt, nämlich nichts und dabei die Kälte des Silbers auf seiner Rückseite (das Medium) vergisst!

    Zusammenfassend im Bild gesprochen:

    Erst wenn wir heute in die Überlegungen zu Selbstgesprächen einen Meister der Klangrede, wie den Komponisten G.F. Telemann ( ich könnte auch Verdi, Wagner, Schönberg sagen) mit hineinhören, werden wir die Dimensionen der Selbstgespräche zu erahnen beginnen!

    Grüße
    aus dem Paradies bei Jena

    Günter

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