Podlog #042 2017-02-11

11. Februar 2017, die 42. Folge. Zwischen Tür und Angel ein paar Gedanken zu Andi Bischofs kritischen Anmerkungen zur Folge gestern. Was bedeutet es zu sagen, dass eine Delegitimierung von differenzierenden Positionen zu beobachten sei? Wer hat hier ein Problem und was ist das Problem überhaupt? Das sind nur die Fragen, zu denen ich heute aber keine Antworten habe.

Technischer Hinweis: die Audioqualität ist (weil mit dem iPhone aufgenommen) mangelhaft.

2 thoughts on “Podlog #042 2017-02-11”

  1. Lieber Moritz!

    Damit es nicht in den täglichen Streckübungen untergeht –
    muss ich Deinen Überlegungen zu der Bewegung vom Weltgeist, zur Arbeit und weiter zur Gesellschaft, in der Du Adorno gefolgt bist, etwas hinzufügen.

    Der Geist, wie ihn Hegel als Begriff verwendet geht nicht in diesen folgenden Differenzierungen auf. Lässt Du ihn in Arbeit aufgehen ( ähnlich im Begriff Gesellschaft) führt dies unweigerlich zu einer Diktatur der Arbeit, wie wir das im realen Kommunismus sowie im Faschismus vorgeführt bekamen.

    Der Begriff des Geistes ist viel mehr!

    Das Argument er wäre historisch überholt schlägt sich selbst, wie wir in der Gegenwart beobachten können auf den Kopf, wo der Geist, über die Hintertür der gesellschaftlichen Präsenz von Religion sich deutlich bemerkbar macht.

    Ein Denken das vermeint, wir hätten den Geist in Form von Arbeit oder im Begriff der Gesellschaft liberal, sozialistisch, marxistisch, nationalistisch überwunden hat nie den ganzen Satz von Friedrich Nietzsche „Gott ist tot“ gelesen, oder wenn, die Dimensionen dieser Vision nicht begriffen!

    Hiermit ist aber das gesamte Problem nur angedeutet, denn:

    Spielst Du den Begriff der Arbeit auf seine Totalität hin durch – die Du ja als Charakteristik des Geistes vorausgesetzt hast – landest Du wieder in der Gegenwart – wo alles Arbeit geworden ist: Sex ist Arbeit, Freizeit ist anstrengende, bis an das Leistungslimit fordernde Arbeit, Konsum, Gesundheit, Trauer, Beziehung, das Soziale …………….alles ist Arbeit geworden.

    Das alles ist auch nicht mit dem klassisch Denkmodel der Ausbeutung durch das Kapital zu erklären.

    Außer Du nimmst das Kapital als den großen Anderen (J.P.Sartre und und ) , oder als das objet petit a von Jacques-Marie Émile Lacan.

    Wir können heute die Frage des Geistes gar nicht angehen, ohne die Einsichten von Freud mitzudenken, ohne Lacan mit am Radar zu haben.

    Die Frage des Begehrens, der „große Andere“ begegnet uns in jeder Subjektsetzung. Er ( oder anders gesehen Ich …) ist derjenige der den Begriff der Arbeit in sein Gegenteil wendet, der den Begriff Gesellschaft als Zwang gegen Gesellschaft richtet.

    Er ist die permanente Schizophrenie in der wir leben, wenn wir, wie Hans im Glück meinen ein gutes Geschäft gemacht zu haben und beim nächsten Mal wieder nichts gelernt haben und so weiter.

    Aus dem Grund ist Slavoj Žižek so wichtig, weil er den Zusammenhang ( Lacan-Marx/Lacan-Hegel)) immer wieder zur Sprache bringt.

    Dieser von ihm angesprochene Widerspruch ist nicht intellektuell zu lösen, das ist eine Arbeit an der eigenen Moral, an der Geste des Denkens.

    Denn der „Große Andere“ trickst uns gerade dort aus, wo wir moralisch sein wollen, wo wir gut und richtig sein möchten, wo wir entsprechen möchten, wo wir aus einem moralischem Impetus heraus handeln…………….

    Klingt jetzt selbst auch moralisch ……..geht aber vielleicht nicht anders…….

    Schauen wir uns an, wie Hegel den Geist aus dem göttlichen Geist ableitet, der einmal die einzige Begründung des Selbst war – Gott = der aus sich selbst Hervorgehende – dann erahnen wir vielleicht die Dimension des gebietenden „Großen Anderen“.

    Ihm wir in unserem Selbst, das wir als unser ganz persönlich Verfügbares ansehen, ausgesetzt.

    Aus dem Grunde ( hinter der Maske des eigenen Selbst) ist es auch so schwer wahrnehmbar. .

    Wie sich das Fremde des „Großen Anderen“ als unser eigens zeigt hat Lacan unter dem Titel, „Name des Vaters“ Turia-Kant Wien, abgehandelt.

    Grüße aus den hohen Bergen,
    hinter denen immer noch etwas sich versteckt

    Günter




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