Podlog #306 2017-11-02

2. Oktober 2017, die 306. Folge. Gedanken zur gesprochen Sprache in der Wissenschaft, der Frage nach dem Verhältnis von Schrift und Sprache, der Bedeutung von Sprechen fürs Lesen, und der viel schwierigeren Frage nach den Anschlüssen des Schreibens/Sprechens an gesprochen Sprache, dem schreienden Schweigen der Wissenschaft zum Sprechen im wissenschaftlichen Arbeiten, der schriftlogischen Überschätzung des vermeintlich Inhaltlichen in seiner nur kontingent-fast beliebigen schriftlichen Darstellung als Unterschätzung der Darstellung des Inhalts, der ohne sie nicht(s) wäre. Implizit ein ästhetisches Argument. Ist ja auch nicht gerade ganz neu, ich weiss, aber sei’s drum.

One thought on “Podlog #306 2017-11-02”

  1. Lieber Moritz!

    Die Frage vom 02. Okt. geht in die falsche Richtung !
    Oder, sie ist viel zu eng gefasst, wenn Du danach fragst, was das „Sprechende Denken“ methodisch der Wissenschaft bringen kann.

    Die Wissenschaft ist nicht für die Wissenschaft von Bedeutung – sondern – erst wenn sie für die Welt von Bedeutung ist, ist sie für die Wissenschaft selbst interessant.

    Die Frage müsste lauten: Was ist „Sprechendes Denken“ in der Welt? Wie steht es in der Welt und wo, wann, wie kann es sich entfalten und zur Wirkung kommen. Darin ist die Wissenschaft nur ein – meist zu vernachlässigender – Bereich!

    Und weiter: Nur weil Du die Bezeichnung „ Sprechendes Denken“ hast, ist dieses nicht immer da, wenn es angesprochen wird. Sind Notizen sprechend sammeln, „Sprechendes Denken“ ? Wenn Du etwas berichtest, ist das „Sprechendes Denken“? Wenn Du sagst, mich hat heute jener Gedanke beschäftigt und diesen dann beschreibst, ist das „Sprechendes Denken“?…..

    In deiner Verwendung des Wortes „Sprechendes Denken“ liegt die ganze Frage dessen, was „Sprechendes Denken“ ist, sein könnte!

    Du rufst im nennen des Wortes das Bezeichnete auf, rufst es an! Im Aussprechen wird der Wirklichkeit-schaffende Aspekt der Sprache erst deutlich ( was im Schreiben, obwohl materiell festgestellt, eher untergeht), denn im aussprechen ereignet sich das An- das Ausgesprochene, wird zum performativen Akt (Austin)!

    Das ist auch Selbst-Suggestion, aber noch viel mehr als diese!

    Vergiss die Wissenschaft, auch wenn Sie Dir das tägliche Brot ist, sie ist es nicht Wert so ernst genommen zu werden!

    Raus aus den Bergen!

    Günter

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